Ole von Beust und das Hamburger Roland Berger-Netzwerk

Carl-Friedrich Arp Ole Freiherr von Beust ist ein Mann mit Prinzipien. Fast neun Jahre diente er seiner Geburtsstadt Hamburg als Erster Bürgermeister, bevor er im Juli seinen Rücktritt verkündete. Zur Beust'schen Prinzipientreue gehört z.B., dem Steuerzahler nicht schon im Alter von 55 Jahren "auf der Tasche zu liegen", obwohl er bereits jetzt Pensionsansprüche von kanpp 10.000 Euro hätte. Seine Brötchen will der Alt-Bürgermeister nun erst einmal selbst verdienen.

Wie das Magazin Focus kürzlich berichtete, hat Ole von Beust inzwischen einen neuen Arbeitgeber gefunden: Als "Senior Advisor" soll der Bürgermeister a.D. für die Unternehmensberatung Roland Berger von diesem Monat an seine Kenntnisse und Kontakte in Politik und Wirtschaft nutzen.

Man fragt sich allerdings, warum das überhaupt erforderlich ist, denn die Kontakte von Roland Berger zu Eliten in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Hansestadt sind bereits jetzt exzellent:

  • Elbphilharmonie: "Höchstens 95 Mio. Euro" sollte das umstrittene Großprojekt den Steuerzahler ursprünglich kosten, inzwischen sind es 323 Mio. Euro. Die Verträge mit dem Baukonzern Hochtief hatte Hartmut Wegner ausgearbeitet, ein früherer Projektmanager bei Roland Berger. Nach seinem Abschied bei der Unternehmensberatung wechselte er 2002 zur städtischen Projekt-Realisierungsgesellschaft ReGe, die für den Bau der Elbphilharmonie zuständig ist. 2004 wurde Wegener außerdem Projektkoordinator „Elbphilharmonie“ des Beust-Senats. Nach einigen Pleiten, Pech und Pannen rund um das Großprojekt musste er 2008 bei der ReGe seinen Hut nehmen. Auch an anderer Stelle stößt man bei der Elbphilharmonie auf den Namen Roland Berger. Deren Berater beurteilten "in einer "Pro-Bono-Aktion" "die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Spielbetriebs und gaben Empfehlungen für die Organisation der Betriebsgesellschaft ab". Desweiteren empfahlen die Berger-Leute u.a. die Gründung einer Elbphilharmonie-Stiftung (pdf). Eine Geschäftsführerin war auch schnell gefunden: Wibke Kähler-Siemssen, zuvor vier Jahre lang Senior Consultant bei Roland Berger.
  • Universität Hamburg: Am 1. Dezember 2006 (pdf) trat Katrin Vernau ihren Dienst als Kanzlerin der Universität Hamburg an - auch sie eine langjährige Roland Berger-Beraterin, wie auf der Unternehmenswebsite nachzulesen ist. Zusammen mit zwei weiteren Berger-Leuten hatte Vernau zwei Jahre zuvor die Beratungsfirma blv consult gegründet, für die sie bis zum 31. Dezember 2006, also noch während ihrer Zeit als Uni-Kanzlerin, als Geschäftsführerin arbeitete. Auf der Internetseite von blv consult heißt es: "Als langjährige Mitarbeiter von Roland Berger Strategy Consultants (www.rolandberger.com) im Bereich "Öffentliche Verwaltung/Non-Profit-Organisationen" sind wir dem Unternehmen weiterhin freundschaftlich verbunden. Wir pflegen einen engen Kontakt vor allem zum Hamburger Büro und zu Dr. Burkhard Schwenker, Vorsitzender der Geschäftsführung." (Schwenker war es übrigens, der Ole von Beust zu Roland Berger holte.) Eine mögliche Interessenkollision der Kanzlerin schloss der Senat in einem Schreiben von 2007 aus. Garant dafür (pdf) sei die Fachaufsicht durch die Wissenschaftsbehörde. Deren damaliger Chef: Ex-Roland Berger-Mann Jörg Dräger, der sich selbst immer wieder Fragen zu einer möglichen Interessenkollision (pdf) stellen lassen musste. Auch der Präsident der Universität Hamburg ist mit Roland Berger verbunden. Zusammen mit dem Unternehmensgründer sitzt Dieter Lenzen, im März 2010 von der FU Berlin in die Hansestadt gewechselt, im Kuratorium der Roland Berger-Stiftung.
  • Hapag-Lloyd: Auch das in Not geratene Hamburger Traditionsunternehmen wurde von den Roland Berger-Beratern für eine Expertise genaustens unter die Lupe genommen. „Zur Beurteilung der langfristigen Zukunftsaussichten haben wir bei Roland Berger ein Gutachten in Auftrag gegeben,“ erklärte der damalige Bürgermeister von Beust im Juli 2009 in einem Interview. Die Stadt Hamburg ist Mitgesellschafter von Hapag-Lloyd.
  • Finanzsenator Carsten Frigge: Der frühere Wirtschaftsstaatsrat und heutige Finanzsenator gehörte zwischen 1995 und 1997 der Geschäftsleitung von Roland Berger & Partner an. Einige Kontakte aus der Berater-Zeit haben sich bis heute gehalten, etwa der zum Aufsichtsratsvorsitzenden der angeschlagenen HSH-Nordbank, Hilmar Kopper, mit dem der Finanzsenator von Amts wegen regelmäßig zu tun hat. „Ich kenne ihn schon lange aus meiner Beratungstätigkeit bei Roland Berger," erzählte Frigge kürzlich im Interview mit dem Hamburger Abendblatt, "als wir die Deutsche Bank beraten haben und er dort Vorstandsvorsitzender war. Und der Kontakt hat sich auch im Privaten fortgesetzt." Später dann profitierte Frigge von der Bekanntschaft aus seiner Berger-Zeit auch geschäftlich. Als er 1997 aus der Geschäftsführung bei Berger ausschied und sich mit der Unternehmensberatung C4 selbstständig machte, gehörte Kopper zu den ersten Kunden.

Das Praktische an dem Bäumchen-wechsel-dich-Spiel zwischen Politik und Unternehmensberatung: Man kennt sich, und wahrscheinlich schätzt man sich oftmals auch. Das ist die Grundlage dafür, dass mal der eine von den Kontakten des anderen profitiert und umgekehrt. Vergangenes Jahr etwa sollte Firmengründer Roland Berger persönlich für die Große Koalition die Opel-Rettung managen, interessant für die Bundesregierung waren dabei "seine nationalen und internationalen Kontakte". Umgekehrt sicherte sich Roland Berger im Sommer 2009 die Dienste des CDU-Politikers Friedbert Pflüger, der als Abgeordneter im Berliner Landesparlament sitzt und früher einmal Fraktionsvorsitzender sowie Spitzenkandidat seiner Partei war. Für die Unternehmensberatung soll Pflüger eine EU-Abteilung aufbauen, wofür seine Kontakte als derzeitiges Vorstandsmitglied der Europäischen Volkspartei (EVP) und als ehemaliger Vorsitzender des Europaausschusses im Bundestags sicher nicht die schlechteste Voraussetzung sind.

Nun also wechselt auch Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust die Seiten. „Drehtür-Effekt“ wird dieser fliegende Wechsel von Führungspersonen zwischen Politik und Wirtschaft genannt - eine Praxis, die nicht erst seit Alt-Kanzler Gerhard Schröder (zu Gazprom) und Ex-Wirtschaftsminister Werner Müller (zur Ruhrkohle AG) bekannt ist. Das Problem daran: Eine bestimmte Interessengruppe erhält privilegierten Zugang zu politischen Entscheidungsprozessen. Die Organisation Lobbycontrol hat die Problematik so beschrieben:

Ehemalige Spitzenpolitiker/innen sind für Unternehmen als Lobbyisten, Berater oder Mitglieder im Vorstand oder Aufsichtsrat deshalb so beliebt, weil sie zwei unbezahlbare Ressourcen mitbringen: erstens detaillierte Kenntnisse über interne Abläufe in politischen Prozessen und zweitens noch warme Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern. Damit sichern sich die Unternehmen einen besonderen Zugang zur Politik, der sie gegenüber anderen Interessen privilegiert. Das Schwätzchen mit dem ehemaligen Politiker-Kollegen … kann mehr wert sein, als seitenlange Stellungnahmen oder Eingaben bei Anhörungen.

Beusts künftige Aufgabe dürfte sein, für die Kunden von Roland Berger eben jenen „close contact with international thought leaders in politics, business, industry organizations, academia and the relevant media“ herzustellen, mit dem die Unternehmensberatung auf ihrer Website wirbt.

Vor dem Hintergrund des Personalwechsels zwischen Politik und Beratungsfirmen offenbart sich ein weiteres Problem. Die Regierungen in Bund und Ländern greifen inzwischen häufig auf den externen Sachverstand von privaten Beratern zurück. Allein die Hamburger Landesregierung unter Ole von Beust hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren 98 Gutachten an externe Unternehmen vergeben, wie eine Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei ans Licht brachte (pdf) (Roland Berger erhielt in dieser Zeit keinen Auftrag). Wenn es – wie auf Bundesebene – teilweise um Millionenaufträge durch staatliche Stellen geht, um die zahlreiche Beraterfirmen konkurrieren, sind die Kontakte ehemaliger Politiker zu ihrer früheren Wirkungsstätte zumindest kein Wettbewerbsnachteil bei der Auftragsakquise.

Den Vorwurf, dass bestimmte Beratungsfirmen bei der Auftragsvergabe durch öffentliche Stellen bevorzugt werden, gibt es immer wieder. CDU und CSU haben ihn gegenüber der Schröder-Regierung erhoben, die zwischen 1999 und 2004 insgesamt 24 Beratungsaufträge an Roland Berger vergeben haben soll (pdf), darunter allein 19 durch das Bundesverteidigungsministerium. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff warf 2004 seinen Vorgängern Sigmar Gabriel und Gerhard Schröder vor, sie hätten sich von Roland Berger Gefälligkeitsgutachten schreiben lassen, wobei das Honorar gestückelt wurde, um die Aufträge nicht ausschreiben zu müssen. Und nicht zuletzt die bereits erwähnte Auftragsvergabe von Beusts Wissenschaftssenator und ehemaligen Berger-Berater Jörg Dräger an seinen ehemaligen Arbeitgeber geriet in den Verdacht der Vetternwirtschaft. Roland Berger bekam den Auftrag infolge einer sog. "beschränkten Ausschreibung", bei der ausgewählte Beraterfirmen eingeladen werden, ein Angebot abzugeben. Senator Dräger war, wie sich erst nach einer Parlamentsanfrage der Opposition herausstellte, Vorsitzender eines Gremiums, welches den Auftrag schließlich an Roland Berger vergab. Verwundert fragte die Opposition (pdf), "was denn Roland Berger so qualifiziert, in Sachen Hochschulen tätig zu werden. Sonst hat das immer das CHE gemacht..."

In diesen Tagen nun nimmt Alt-Bürgermeister Ole von Beust seine Tätigkeit in der Hamburger Niederlassung von Roland Berger auf. Wenn er seinen neuen Arbeitgeber nicht enttäuscht, dürfte er künftig so einige Schwätzchen mit den ehemaligen Politiker-Kollegen halten. Update 27.7.2012: Die Hamburger Morgenpost schreibt unter Berufung auf ein Interview der Süddeutschen Zeitung mit Ole von Beust: "Ole von Beust (57), langjähriger Hamburger Bürgermeister, genießt es, in der freien Wirtschaft viel Geld zu verdienen." Von Beust gegenüber der Süddeutschen Zeitung:

Aber ich will nicht jammern. Ich verdiene ja jetzt auch deshalb gut, weil ich im Bürgermeisteramt Erfahrungen gesammelt habe.

Oder anders ausgedrückt: Roland Berger zahlt deswegen so gut, weil der Alt-Bürgermeister im Bürgermeisteramt so gute Kontakte geknüpft hat. Foto: E. S. Myer / Wikipedia / CC

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Kommentare

Unternehmensberatungen und Politik...

Abgeordnetenwatch.de berichtet über das perfide Zusammenspiel zwischen Unternehmensberatungen und der Politik. Aufhänger ist der Wechsel des ehemaligen Ersten Bürgermeisters der Freuen und Hansestadt Hamburg zu Rland Berger. Abgeordnetenwatch.de hat un...

Ob es Zufall ist, daß auch das Universitätsklinikum Charité von Roland Berger beraten wurde, nachdem Ingrid Nümann-Seidewinkel (ehemalige Hamburger SPD-Finanzsenatorin) Vorstandsvorsitzende der Charité geworden war? Nümann-Seidewinkel brachte der Charité aus Hamburg Dr. Behrend Behrends für den Job des Klinikdirektors mit. Behrends hatte in Hamburg Teil des Universitätsklinikums Eppendorf an Vamed und Dussmann privatisiert und tat dasselbe dann auch in Berlin an der Charité -Zufall, daß dieselben Firmen Vamed und Dussmann auch in Berlin Nutznießer der Privatisierung des Facility Managements in der Charité wurden?

Na,und?Ole von Beust hat einen Arbeitgeber gefunden.------Der Neid ist die Wurzel allen Übels-----!!!

Ach nee, Herr Manfred Wolf (der Wolf aus dem Vamed-Dunstkreis von der Novis Clinical Consulting?) nimmt die Roland-Berger-Strukturen in Schutz... Kein Wunder, wo er doch selbst gut eingebunden ist...

Roland Berger wiederum finden wir bei der INSM.

http://www.insm.de/insm/Aktionen/INSM-Kampagnen/Soziale-Marktwirtschaft-...

Und dort sitzt auch der ehemalige Hamburger Senator Gunnar Uldallhttp://www.insm.de/insm/Community/Foerderverein/Mitglieder-des-Foerderve...

So schließen sich die Kreise.

In Rheinland-Pfalz nervt man die Landesregierung mit dem Arp-Museum, in Hamburg tut Arp was er will. Alle reden von Bildung. In Stuttgart klagt Goll über "wohlstandsverwöhnte" Bürger. Und was macht Arp? Er läßt sich von Roland aushalten. Wo sind die Jobs, Arp? Und zwar gutbezahlte!

eine private Strafanzeige zu erstatten steht jedem Bürger zu. Auf zielgerichtet erblindete Staatsanwälte zu warten, leistet diesem Korruptionsgebilde Vorschub.

An's Werk Bürger!

Das "Umsteigen" des Herrn von Beust wundert mich überhaupt nicht. Ist doch inzwischen unter den Politikern allgemein üblich, wenn auch nicht besonders geschätzt.
Entweder ein hochdotierter "Schlafplatz" in Brüssel oder die Industrie. Ich finde es geradezu schamlos, was sich einige unserer Politiker erlauben. Und sie werden dabei nicht einmal rot. Wann werden Karenzzeiten eingeführt? Schlage 3 Jahre vor. In der Zwischenzeit dürfte die nicht unerhebliche Pension als Überbrückung ausreichen.
Jutta Meier

man kann nur noch schreien .... die Republik wird geplündert.....
Wann kommt Ägypten auch zu uns ?

Danke!!es gibt doch noch Mutige die sich auch über den Ausverkauf unserer Republik empören!
Scheinbar sind all unsere Volksvertreter daran beteiligt alles was erschaffen wurde zu verramschen!
Wir Bürger müssen uns dringend gegen diesen Spitzel -Abhör-und Ausverkaufstaat zur Wehr setzen.

Die Elbphilharmonie
Mit der Sorgfalt ordentlicher Kaufleute ist das Projekt noch zu retten.

Es beginnt wie immer bei öffentlich finanzierten Objekten damit, daß die zu erwatenden Kosten aus taktischen Gründen erst einmal dramatisch unterschätzt werden. Alle Rechnungshöfe wissen das. Auch die heutigen Argumente, Ausreden und gerichtlichen Klagen der Freien und Hansestad haben rein 'politischen' Charakter. Die Elbphilharmonie war von Anfang an und ist bis heute ein Politikum, wie schon ein Blick auf die Aufsichtsräte der hanseatischen Managementgesellslchaft ReGe zeigt. Alles was politisch und wirtschaftlich in der Region Rang und Namen hatte, sollte dabei sein dürfen und nun muß man sehen, wie man den Kopf gemeinsam aus der Schlinge bekommt. Als 100%-ge Tochter der Freien & Hansestadt Hamburg übernahm die ReGe viel zu große Aufgaben und ausge-rechnet beim Kostenmanagement versagt sie, obwohl sie das mit gewählten Worten im Internet überzeugend herausstellt :

'Das von der ReGe durchgeführte Projektcontrolling beginnt bereits in der Vorbereitungsphase im Rahmen der Konzeptberatung und Ausgestaltung der Verträge und wird während der gesamten Projektabwicklung als unabhängige Kontrollinstanz fortgesetzt. Als Prognosewerkzeug bietet das Projektcontrolling der ReGe zudem die Möglichkeit, voraussichtliche Abweichungen rechtzeitig zu erkennen, die Konsequenzen zu bewerten und gegebenenfalls durch Korrekturmaßnamen gegenzusteuern.'

Der Text ist perfekt, so als ob ein teurer Freund bei der Formulierung Pate stand, z. B. Roland Berger, für den Herr Wegener früher tätig war und Ole von Beust neuerdings. Vielsagend geht die Werbung weiter :

Die von der ReGe geplanten und gesteuerten Projekte zeichnen sich insbesondere durch ein hohes Maß an Komplexität und eine Vielzahl beteiligter Akteure in Politik, Verwaltung und Wirtschaft aus. Eine lösungsorientierte Umsetzung erfordert daher eine zielgenaue Strategieentwicklung ebenso wie ein breit gefächertes und interdisziplinär aufgestelltes Team. Ob Hochbau, Tiefbau, Wasserbau oder Infrastrukturmaßnahmen: Die ReGe bietet das gesamte Leistungsspektrum für ein erfolgreich realisiertes Bauvorhaben aus einer Hand. Nicht selten sind die durchgeführten Maßnahmen innerhalb der unterschiedlichen Projekte miteinander verknüpft oder gehen ineinander über.

Der letzte Satz verrät schon viel von dem was kommen mußte. Alle heute bekannten Probleme haben ihre Ursachen in einem irrsinnigen Geflecht von überflüssigen und ungeklärten Zuständigkeiten. Wenn Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinaderklaffen mußte ein Bauernopfer die 'politische Verantwor-tung' übernehmen. Aber 'politische Verantwortung' das ist nur ein vornehmer Ausdruck für überhaupt keine Verantworung. Jetzt kommt es für die Politik darauf an, Zeit zu gewinnen und ein PUA ist dazu ein probates, noch dazu demokratisches Mittel, mit dem hauptsächlich Nebensächliches ganz genau untersucht wird. Die Gerichte werden sich nicht einmischen, denn wenn Politik in Bedrängnis gerät, dann ist der Staatsanwalt befangen, weil sein Chef entweder Innen- oder Justizminister ist. Da dauert es meist lange, bis allein die Zuständigkeit geklärt ist. Und dann kommt es sehr darauf an, den Titel einer Klageschrift so zu formulieren, damit das Urteil nach 5 Jahren eindeutig ist : Rechtswidrig, aber nicht strafbar.

Herzog & De Meuron und Hochtief aber auch die hinter verschlossen Türen abgefundene Strabag hätten ein so anspruchsvolles Projekt ohne lokale und behördliche Mitwirkung gezielt zum Erfolg führen können, wenn man sie gelassen hätte. Aber die beiden weltweit erfolgreichen Profis haben sich organisatorisch bereitwillig in die dritte Reihe verdrängen lassen im Hinblick auf zusätzlich zu bezah-lende Änderungen und zahlreiche, lukrative Folgeaufträge. Im übrigen wußten sie aus Erfahrung im Umgang mit Behörden, daß am Ende immer alles bezahlt wird. Dafür sorgen die VOB, gute Verträge und schließlich eine Landesbürgschaft für die vielen Extrawünsche. Immer noch mehr Leistungen kamen dazu und der Termin wurde bald immer wichtiger.

Strabag wurde kurzerhand von der Shortlist genommen und schied als letzter Mitbewerber aus, während HOCHTIEF nicht nur mit den Bauarbeiten beauftragt wurde, sondern dazu für 20 Jahre das Facility Management erhielt, den Hotelbetrieb, die Gastronomie, das Parkhaus und auch den Bau mit Vermarktung aller Eigentumswohnungen. Ob das so für alle Bieter ausgeschrieben war, weiß am besten die Strabag.

Es wäre schade, wenn zu dem Debakel der Bau nun zum Objekt der Begierde für Gutachter und Rechtsanwälte werden würde. Die Kosten würden noch einmal stark ansteigen, denn der Streitwert ist hoch. Ausserdem kommt es erneut zu vermeidbaren Terminverschiebungen. Zu viele Interessen haben den Brei von Anfang an verdorben.

Aber noch immer kann mit solidem Sachverstand eine geordnete Restabwicklung erfolgen. Allerdings müßte die ReGe von ihrer Verantwortung befreit werden und das Projektmanagement qualifizierten Fachleuten übertragen werden, damit in Hamburg nicht weiterhin der Schwanz mit dem Hund wackelt.

Dieter Radloff 82335 Berg Richard Wagner Str. 4 e-mail : galaxmarketing@aol.com Tel. 0151 522 10939

Fehlberatung auf höchstem Niveau

So hat Roland Berger eines der innovativsten Unternehmen in den Konkurs getrieben.

Eine Dokumentation auf meiner Internetseite. www.unternehmensberater-skandal.de

Karl-Heinz Seibold
Birkenau

Von der Flüchtlingshilfe zum UN-Waffenhandelsabkommen :
Die UN-Vollversammlung hat Anfang April 2013 mehrheitlich das erste globale Waffenhandelsab-kommen verabschiedet. Das war ohne Frage ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer fried-licheren Welt. Aber auch 2012 sind wieder Millionen auf der Flucht gewesen vor Krieg, Gewalt und Terror mit der unmittelbaren Folge von Hunger, Not und politischer Verfolgung. Gut ein halbe Million Flüchtlinge lebt derzeit in Deutschland. Bei uns erfahren sie, wie es ist, arm zu sein in einer techno-morphen Welt, wo Roboter in den Werkstätten arbeiten, Computer in den Büros und das Geld an der Börse. Bei sich zuhause gehörten diese Menschen im Verband großer Familien zu einer relativ zufriedenen Mehrheit, bis der Krieg in ihr Land kam und blieb. Derzeit blickt Deutschland und die freie Welt erwartungsvoll nach Syrien. Doch das Beispiel Ägyptens zeigt, was das Volk erwartet, wenn die neuen Machthaber wieder nur vom Militär getragen werden. In Nordkorea wird es nicht anders sein, wenn es jetzt zu einer neuen Regierung käme. Generäle wissen genau, daß man sich vor dem Volke gut schützen muß, weil von ihm alle Macht ausgeht : Es ist noch immer das Weltbank- und IWF- gestützte Geschäftsmodell der Rüstungsindurstrie. Nachdem die Grossmächte in der Kubakrise den alles vernichtenden Schlagabtausch mit Kernwaffen vermieden hatten, wurde Abrüstung ausge-rufen, um alte Bestände zu beseitigen. Das Wettrüsten ging ungebremst weiter, bis nach dem Un-tergang der UdSSR am " 11. Sept. " ein neues, diesmal gemeinsames Feindbild für Ost und West gefunden war - die Achse des Bösen. Kaum hatte man Kuwait wegen seines Ölreichtums befreit, ließ man Sadam vorerst am Leben - als Stailisator in der Golfregion und mißbraucht Afghanistan seit Jahren mit vorgeschobenen Argumenten als internationalen Truppenübungsplatz. The games can go on ! Immer weiter Waffen in alle Welt - um Flüchtlinge aus aller Welt kümmern sich soziale Ein-richtungen. 'Die Sünden Eurer Väter werden Euch heimsuchen bis ins dritte und vierte Glied'. Daher ist es wohl kein Wunder, daß Deutschland inwischen den 3. Platz einnimmt im weltweiten Waffen-geschäft, nach der UdSSR und nach den USA. Pro Kopf gerechnet sind wir auch in dieser Disziplin längst Weltmeister. Mittel- und langfristig kann das nicht ohne Rückwirkungen bleiben auf unser sonstiges Exportgeschäft und auf unsere Sicherheit.
Der zur Überwindung des Naziregimes hochgefahrene Rüstungskomplex wurde nach 1945 ja nicht zurückgefahren, sondern nur bedarfsgerecht umstrukturiert. So mündete das Dritte Reich nahtlos in den kalten Krieg und fast unbemerkt in den dritten Weltkrieg, den wir heimlich still und leise in die dritte Welt verlagert haben. Und so ist es auch kein Zufall, daß sich die 'movers and shakers' kurz nach ihrem Weltwirtschaftsgipfel von Davos wenig später in München treffen, um dort zu ihrer ei-genen " Sicherheit " mit den Militärs zu beraten, wo in einer Welt voller Krisen das Gleichgewicht der Kräfte überhaupt noch gewinnbringend nachzubessern sei.
Fugger , Rothschild, Medici oder die HRE - Finanzierer der öffentlichen Hand leben davon, daß Regierungen auch ohne Krieg stets pleite sind. Früher lebte nur der Adel über seine Verhältnisse. Heute hat jeder Bürger das Recht, so zu leben wie ein Fürst - auch wenn unser Land trotz hoher Steuern in die Zinsknechtschaft gerät, weil Banken spekulieren müssen, um Geld zu verdienen - mit höheren Zinsen in ärmeren Ländern. Steuerflüchtlinge retten sich vor dem Finanzamt, während Normalverdiener sich vor Altersarmut fürchten. Die Erbengeneration investiert ihr Geld nicht im Land ihrer Väter, sondern steuert ihre Interessen lieber cool at the pool im sonnigen Süden mit dem I-Pod. Kinder kann sich kaum noch einer leisten. Nur alleinerziehende Harz-IV-Empfängr haben dafür Zeit. Überaltert, verarmt, ungesund und von allen guten Geistern verlassen : das ist Perspektive einer im 'Vulgärmaterialismus' entarteten Gesellschaft, für die große Autos wichtiger sind als kleine Kinder.
Der Homo sapiens hat seine Reflexe in der sehr langen Steinzeit erworben und daher schwingt er noch immer die Keule gegen seine eigene Art. Als durch Raub- und Feldzüge sog. Hochkulturen ent-standen und wieder vergingen, fand man schließlich heraus, dass Angriff die beste Verteidigung sei - und ein großes Geschäft. Karl der Große war mit Pferd und Wagen viel unterwegs gewesen und hatte schließlich 19 Kinder - aber leider auch zwei Erben, aus denen Frankreich und Deutschland hervorgingen. Angesichts solch erblich bedingten Machtzerfalls hatte der Klerus den Zölibat einge-führt. Der Adel setzte weiter auf Kinderreichtum und machte den Krieg so salonfähig, daß selbst Immanuel Kant meinte, ein kurzer und ehrenvoll geführter Krieg sei wohl auch für das Volk besser, als ein langer Frieden, der nur dem Verfall der Sitten Vorschub leiste. 'Eisen und Blut' war für Bis-marck die Fortsetzung preussischer Politik mit anderen Mitteln : mit Österreich noch gegen die Dänen und nach Königgrätz ein für alle Mal ohne Österreich gegen Frankreich. Napoleon hatte ganz Europa gegen sich, der Kaiser dann und Hitler schon die ganze Welt. Preussen und der deutsche Osten sind von der Landkarte verschwunden und die deutsche Frage ist in der EU geklärt. Jetzt geht es nur noch um viele Milliarden für alle und ums schnelle Geld für einige : Jeden Abend - noch vor der Abendschau - gibt es Infotainment über private Hoffnungen auf leistungslose Geldvermehrung und erst danach - ganz nebenbei - über bereits genehmigte Waffenlieferungen nach Saudi Arabien.
Dieter Radloff galaxmarketing@t-online.de

Roland Berger und alle anderen Berater sprechen für viel Geld immer nur Empfehlungen aus.

Umsetzen können das nur die verantwortlich Handelnden. Besonders skandalös ist das im politischen Bereich, wo ja nur um politische Verantwortung geht.

Da haben wir dann Roland Berger und den Politiker, die beide für überhaupt für nichts verantwortlich sind.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Radloff
galaxmarketing@t-online.de

Weiter Waffen in alle Welt ergibt Flüchtlinge aus aller Welt
Auf einige wenige Flüchtlinge werden wir aufmerksam, wenn sie auf ihrem langen Weg durch Steppen, Wüsten, über Zäune und sonstige Hindernisse in Lampedusa aus dem Meer gerettet werden. Öffentlich kontrollierte Medien versorgen uns dazu täglich mit ausgewogenen Halb-wahrheiten, ohne jeden Hinweis, warum so viele Menschen in aller Welt ständig auf der Flucht sind. Gäbe es im Waffengeschäft die Herstellerhaftung oder würde man Flüchtlinge in Europa nach dem Verursachungsprinzip verteilen, müßte Deutschland die meisten Flüchtlinge auf-nehmen. Im globalen Waffenhandel nimmt Deutschland zuweilen den 3. Platz ein - nach Russ-land und Amerika ! ! Pro Kopf gerechnet sind wir auf jeden Fall auch in dieser Disziplin Welt-meister und liefern seit Jahrzehnten die besten Panzer, Sturmgewehre, Sprengstoffe, Räum-fahrzeuge für Landminen und vieles andere, was möglichst effektiv tötet. Giftgaswaffen liefern wir nicht direkt, sondern gelegentlich und unter falschem Namen die Ausgangsstoffe dazu.

Die Todesstrafe wurde in Deutschland abgeschafft und ersetzt durch eine gesetzlich kontrol-lierte Lizenz zum Töten im Namen des deutschen Volkes. Ob im Heiligen Land oder in der Ostukraine - wo immer Regierungen, Bündnispartner, Aufständische oder Separatisten einen Krieg vom Zaun brechen wollen, die Waffen sind immer schon da, denn der weltweite Finanz- & Rüstungskomplex ist mit Freund und Feind gleichermaßen vernetzt und liefert ent-weder geheim oder auf Umwegen Waffen für alle.

Flüchtlinge kommen oft aus armen Ländern, die reich sind an wertvollen Bodenschätzen. Für den IWF und die Weltbank sind das Länder von geostrategischem Interesse, wie Horst Köhler ganz richtig bemerkt hatte. Rohstoffarme Länder sind auch interessant und so blickt die freie Welt 2014 ratlos auf Ägypten, wo demokratisch gewählte Amtsinhaber wieder nur Machthaber sind, die vom Militär getragen werden, von den USA finanziert oder wie im Falle Syrien von Russland mit Waffen beliefert werden. In Nordkorea, das von China gestützt wird, wäre es nicht anders, käme es dort zu einer demokratischen Regierung. Im Verteilungskampf um die Weltvorräte bedrohen uns drei Platzhirsche mit Massenvernichtungswaffen in einer gottlosen Welt, in der immer mehr Menschen bereits hungern oder schmutziges Wasser trinken.

Auf der anderen Seite leiden Wohlstandsbürger an Burnout, Infantilismus oder Sinnkrise. In diesem dekadenten Vakuum finden der IS oder Gotteskrieger auch bei uns Anhänger und können Terror verbreiten bald auch mit unseren Waffen, die made in Germany länger halten als jede Regierung in der dritten Welt, die wir über Jahrzehnte schon mit Waffen beliefern.

Die zur Überwindung des Naziregimes hochgefahrene Rüstung wurde nach 1945 bedarfsgercht umstrukturiert und mündete nahtlos in den Kalten Krieg und in den dritten Weltkrieg, den wir zusammen mit Gleichgesinnten heimlich still und leise in die Dritte Welt verlagert haben. Damit die 3. Welt sich unsere Waffen überhaupt leisten kann, leistete Minister Nebel - bevor er ins Waffengeschäft wechselte - Entwicklungshilfe aus Steuergeldern, ohne die Mittelver-wendung zu überprüfen. Wer mit unseren Waffen tötet oder wen, das interessiert uns nicht. Die Fertigkeiten zur massenhaften Waffenherstellung und zum Umgang damit hat Deutschland im Krieg erworben und will darauf nicht verzichten - schon wegen der Arbeitsplätze.

Das inzwischen friedliche Deutschland wäre allerdings derzeit im Ernstfall nur bedingt verteidi-gungsbereit, weil Waffenexporte Vorrang haben vor Instandhaltung eigener Waffen, wie das Verteidigungsministerium verdutzt feststellen mußte. Diesen und anderen staatlichen Geheim-nissen kommt die informierte Gesellschaft immer öfter auf die Schliche. Wikileaks und Snowden brachten ein wenig Aufklärung und haben das christliche Abendland im Schlaf überrascht. Als in Preußen der Krieg noch salonfähig war hatte Immanuel Kant die Deutschen schon gewarnt und postuliert, daß ein zu langer Friede nur die guten Sitten verdirbt und für Napoleon war Krieg ohnehin notwendig, um Frieden zu erzwingen. Angriff war nicht nur für die Grande Nation die beste Verteidigung. Aber die deutsche Frage ist inzwischen geklärt und Angriffs- und Blitzkriege auf Nachbarländer in Europa gehören der Vergangenheit an.

Aber wohhin mit all den Waffen ?
Dazu treffen sich die movers & shakers der Welt jedes Jahr in Davos und wenig später zur Sicherheit in München, um dort mit Politikern und vielen Militärs zu beraten, wo in einer Welt voller Krisen das Gleichgewicht der Kräfte möglichst unauffällig nachgebessert werden kann. Selbst Israel und die Schweiz mischen beim Waffenexport mit und ignorieren wie Deutschland Rückwirkungen auf den sonstigen Aussenhandel, der auf Sicherheit, Frieden und Freiheit überall angwiesen wäre.

Vieles ist nicht mehr zeitgemäß. Wir sind wirtschaftlich mit Russland aufs engste verbunden und die Nato heute wurde zu einer immer dreisteren Bedrohung für Russland und so zu einem Sicherheitsrisiko in Europa. Russland hat 1989 zusammen mit Ungarn dafür gesorgt, daß der Eiserne Vorhang und die Mauer in Berlin fallen konnten und die Nato-Osterweiterung bisher friedlich verlief. Deutschland meint nun Stärke simulieren zu müssen und fühlt sich sicher an der Seite einer gefährlichen Supermacht, deren Rüstungspotential ohne Feindbilder nicht auskommt. Nur im Falle größter Bedrohung von aussen wird selbst der schwächste U.S.-Präsident zum mächtigsten Mann der Welt, der mit dem Rücken zur Wand alles und jeden überwachen darf und nach Belieben Unruhe stiften. Kobane interessiert Amerika und die Nato nur waffentechnisch, so wie andere abseits gelegene Territorien in Aphghanistan, Mali oder Zentralafrika, die von allen Waffenherstellern seit Jahren mit Waffen, Soldaten, Spezialkräften, Söldnern und Abenteurern als Truppen-übungsplatz genutzt werden. Es ist höchste Zeit vor Ort mißbrauchte Entwicklungshilfen in Flüchtlingshilfen zuhause umzuwandeln.

Wissen ist Macht aber nichts scheint die Menschheit mehr zu irritieren, als das, was sie schon weiß. Der blaue Planet ist erwiesenermaßen ein winziger Punkt im Universum, auf dem wir uns mit Grenzen und Zäunen auf einen ruinösen Wettlauf in den Abgrund eingelassen haben, mit grenzenlosem Wachstum und mit stabilem Geld, das sich leistungslos an der Börse vermehrt.

Erst wenn der letzte Baum gefällt sein wird und der letzte Vogel vom Himmel gefallen ist, werden wir begreifen, daß wir Geld nicht essen können. Der wissende Mensch kommt nicht damit zurecht, daß er sterben wird, egal was er dagegen unternimmt. Schon die Ägypter haben vorsorglich viele Götter erschaffen und Gräber gefüllt mit Gaben für ein gutes Leben auch nach dem Tod. Darwin soll auf die Frage, ob er unsere Welt für Gottes Schöpfung hält einmal schlecht gelaunt geantwortet haben : "Nur ein Teufel kann sich so etwas ausdenken".

Confuzius und Buddha rieten schon früh zum gewaltlosen Erwerb von Verdiensten im Diesseit. Die Römer kreuzigten aus politischen Gründen den König der Juden als Unruhestifter und später erhob das Heilige Römische Reich den Glauben an ein ewiges Leben notgedrungen zur Staatsreligion, allerdings ohne die Botschaft der Bergpredigt zu übernehmen. Da die 10 Ge-bote aber nicht feiwillig befolgt wurden, verordnete der Islam das tägliche Gebet und ver-schmolz Religion nachhaltig mit politischer Macht. Nach dem Ende mittelalterlicher Familien-Dynastien 'von Gottes Gnaden' wurden in Europa die weltlichen Gedanken von Rousseau, Marx & Engels politisch mißbraucht und nur wenige Despoten suchen noch nach Arbeitern und Bauern, die an Das Paradies auf Erden glauben wollen.

Der Mensch hat sich schon viele Götter erschaffen und der Glaube versetzt auch heute noch Berge, auch wenn am Ende immer nur das Volk dran glauben muss. Physiker suchen ebenfalls nach Antworten, wollen aber nicht zulassen, daß Wissenslücken mit Schöpfungsgeschichten gefüllt werden. Doch es sieht so aus, als ob wir noch mehr glauben müssen, je tiefer die Wisschschaft in dunkle Materie und dunkle Energie eindringt und da vorerst nicht vorankommt. Für sie war der Urknall - wenn es ihn denn je gab - nur deshalb ein absolutes Ereignis, weil es keinen Beobachter gab. Aber der Vorgang scheint noch nicht abgeschlossen zu sein, ebenso wenig wie die Vertreibung aus dem Paradies, die gerade erst begonnen hat. Im Namen des Volkes.

Viele Flüchtlinge werden noch kommen.

Dieter Radloff (Flüchtling des 2. Weltkrieges)

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