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Frage von Max R. •

Frage an Peter Tauber von Max R. bezüglich Arbeit und Beschäftigung

Sehr geehrter Herr Tauber,

eben habe ich im Internet über Ihren Tweet "Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs" gelesen. Das hat mich veranlasst, mich über Ihren beruflichen Werdegang zu informieren. Ihrer Bundestagsbiografie zufolge hatten Sie nach Ihrem Studium in den Jahren 2000 bis 2009, unterbrochen durch zweieinhalb Jahre Promotion, lt. Wikipedia mit dem Thema "die gesellschaftliche Stellung und ideologische Funktionalisierung des Sports im Deutschen Kaiserreich" – also in sechseinhalb Jahren – fünf teils berufsfremde Jobs. Man darf vermuten, dass diese teilweise ebenso Ihrem langjährigen Partei-Engagement zu verdanken waren wie das Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung. Zumindest der letzte davon, Lehrbeauftragter an der Universität, war sicher nicht besonders gut bezahlt, bestimmt nicht im Vergleich zu dem, der dann 2009 folgte: MDB.
Das bringt mich zu meinen Fragen: Wie hätten Ihre beruflichen Aussichten mit Ihrer "ordentlichen" Ausbildung ohne parteipolitisches Engagement ausgesehen, zumal es Menschen mit einem vergleichbaren Studium immerhin einige gibt? Wie hätten Sie Ihre Chancen gesehen?

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Antwort von
CDU

Sehr geehrter Herr Rosskopf,

vorweg: Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die trotz einer guten Ausbildung auf einen Mini-Job angewiesen sind, um über die Runden zu kommen. Ich habe selbst in der letzten Legislaturperiode dafür gesorgt, dass der Mini-Job von 400 Euro auf 450 Euro erhöht worden ist. Darum habe ich mich selbst wohl am meisten darüber geärgert, dass ich Menschen mit meinem missverständlichen Tweet verletzt habe und habe mich umgehend entschuldigt. In der Sache selbst setze ich mich für eine Politik ein, die Vollbeschäftigung in Deutschland zum Ziel hat. Und darunter verstehe ich eben nicht, dass jemand einen oder mehrere Minijobs braucht, um davon zu leben - zumal man auch mit drei Mini-Jobs insgesamt nie mehr als 450 Euro verdienen darf. Mini-Jobs dürfen immer nur eine Möglichkeit sein, sich etwas hinzuzuverdienen. Es gibt auch heute noch zu viele junge Menschen, die die Schule ohne Abschluss verlassen. Wir müssen ihnen eine Perspektive geben, aber sie müssen sich auch anstrengen. Nur dann können wir prekäre Beschäftigung wirksam bekämpfen.

Zu Ihrer Frage hinsichtlich meines beruflichen Werdegangs ohne parteipolitisches Engagement kann ich nur spekulieren. Hätten mich die Wählerinnen und Wähler nicht gewählt, wäre ich möglicherweise in meinen vorherigen Beruf als Pressesprecher geblieben. Um Missverständnissen vorzubeugen: „MdB“ ist kein Beruf, sondern ein politisches Mandat auf Zeit, das vom Wähler erteilt und entzogen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Peter Tauber MdB